Inklusion und ein Transfer zu „Inklusivem Schlagzeugunterricht“

 

 

Im Folgenden möchte ich einige Informationen zu Inklusion geben und die Idee des Inklusiven Schlagzeugunterrichtes daran angliedern. Ich hoffe dadurch deutlich machen zu können, warum ich meinen Unterricht explizit als Inklusiv verstehe.

 

In Deutschland wie auch weltweit, gibt es Diskriminierung, Ausgrenzung, Benachteiligung verschiedener Menschen und Menschengruppen. Es bestehen ungleiche Teilhabechancen z.B. für Menschen mit Beeinträchtigungen, mit Migrationsgeschichte oder Frauen*Lesben*Trans*Inter Personen. Unter Inklusion ist der Gedanke zu verstehen allen Menschen in jeglichen gesellschaftlichen Bereichen eine Teilhabe zu ermöglichen. Inklusion ist die Umsetzung eines humanistischen, sozialen Menschenbildes und wird rechtich durch die UN-Behindertenrechtskonventionen, EU-Gesetze und den juristischen Rahmen des BGB`s durchgesetzt.

 

Die UN Menschenrechtskonventionen formulieren in schriftlicher Form – der Charta der Menschenrechte – ein modernes Menschenbild und eine Vorstellung menschlichen Zusammenlebens. Der Grundlegende Artikel 1 lautet wie folgt:

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. […]“ (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte z.B. einsehbar auf www.un.org.) 

Der Artikel 2 beschreibt den Anspruch aller Menschen auf diese Rechte.

 

Die UN Behindertenrechtskonventionen (UN-BRK) sind ein „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung“. Sie wurden im Jahr 2006 beschlossen, sind 2008 in Kraft getreten und in Deutschland seit 2009 rechtsgültig. Neben der Bekräftigung der Allgemeinen Menschenrechte sieht die UN-BRK „[…] eine Vielzahl spezieller, auf die Lebenssituation behinderter Menschen abgestimmte Regelungen“ vor (behindertenrechtskonvention.info).

Hier sollen die, in Bezug auf Instrumentalunterricht, besonders relevanten Punkte der UN-BRK aufgegriffen werden. Als Leitgedanke des Abkommens steht die Inklusion. Diese zieht sich als roter Faden durch die gesamten Artikel.

 

Inklusion kann als Gesellschaftsmodell und Wertekanon in Abgrenzung zu Exklusion, Separation und Integration verstanden werden. Sie bedeutet eine uneingeschränkte Teilhabemöglichkeit aller Menschen an allen gesellschaftlichen Aktivitäten. Inklusion heißt eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft. Die Wirkrichtung sieht dabei folgendermaßen aus: Nicht der Mensch mit Beeinträchtigung hat sich der Gesellschaft anzupassen, sondern die Gesellschaft muss von vornherein das Leben aller Menschen ermöglichen und unbegrenzt Zugänge zu allen Bereichen schaffen (vgl. behindertenrechtskonvention.info). Als Rechtliche Grundlage wird dies in den 30 Artikeln der UN-BRK spezifiziert.

 

Der Artikel 27 lautet „[Jede*r] hat das Recht, am kulturellen Leben frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen […]“ (Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung z.B. einsehbar auf behindertenrechtskonvention.info).

 

Im Artikel 30 „Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport“ wird in Absatz 2 die Ermöglichung für Menschen mit Behinderung, ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten und zu nutzen, festgehalten. Absatz 5 setzt zum Ziel die „Teilnahme behinderter Menschen an Erholungs-, Freizeit- und Sportaktivitäten gleichberechtigt mit anderen zu ermöglichen“ (Artikel 30, Absatz 5 der UN-BRK)

 

An an einigen weiteren Rechten orientiert sich der Gedanke meines Inklusiven Angebotes:

Artikel 5 Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung

Artikel 7 Kinder mit Behinderung

Artikel 8 Bewusstseinsbildung

Artikel 9 Zugänglichkeit

Artikel 21 Barrierefreiheit

sowie der Artikel 24 Bildung

 

Diesen Leitsätzen folgend, begreife ich meine Konzeption eines Schlagzeugunterrichtes.

 

Der Zugang zu Musik(-unterricht) ist in unserer Gesellschaft nicht gleich verteilt. Verschiedene sozio-ökonomische und soziale Faktoren spielen beim Erhalten bzw. nicht Erhalten von privatem Instrumentalunterricht eine Rolle. Somit bleibt es vielen Menschen - auch jenseits von Behinderung - verwehrt, derartige Angebote zu genießen. Aus diesem Grund, fasse ich den Inklusionsbegriff sowie die konkrete Umsetzung von Inklusion weit und nicht nur auf die von mir erwähnten Gruppen von Menschen, limitiert. Durch die explizit diversitätsbewusste Konzeption versuche ich Inklusion in Bezug auf Schlagzeugunterricht im künsterisch-kreativem umzusetzen.

Es geht nicht um die Einräumung von Sonderrechten, sondern um die Konkretisierung der bestehenden Menschenrechte aus Perspektive aller, von gesellschaftlicher Benachteiligung und Ausgrenzung betroffener, Menschen.