Ganzheitlicher pädagogischer Schlagzeugunterricht

 

Schlagzeugspielen unter heilpädagogisch-therapeutischen Gesichtspunkten

 

 

Der Spaß am Schlagzeugspielen und Musik machen, steht an erster Stelle! Ich möchte bei allen die Lust haben, den Spaß und das Interesse an diesem Instrument wecken!

 

Ich biete inklusiven Schlagzeugunterricht an. Das heißt, ich gebe Schlagzeugunterricht für alle Leute. Meine Zielgruppe sind dabei besonders Menschen deren Teilhabechancen am gesellschaftlichen Leben erschwert werden z.B. durch eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung. Genauso können Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit herausfordernden Verhaltensweisen bei mir Schlagzeugunterricht nehmen. Unter Berücksichtigung der individuell-persönlichen Fähigkeiten und Einschränkungen gehe ich auf die Schülerinnen und Schüler ein und entwickle eine passende Unterrichtsgestaltung. Bedürfnisorientierung ist das A & O: Ob einfach laut drauf los preschen, 'rumtrommeln oder richtig etwas erarbeiten. Alles geht! In meinem ganzheitlichen Gesamtkonzept geht es in erster Linie darum, Spaß am Instrument und Musizieren zu entwickeln. Das Schlagzeug ist als Instrument unter (Heil-)pädagogischen Aspekten besonders geeignet, weil es im Gegensatz zu Harmonieinstrumenten (z.B. Gitarre) intuitiver spielbar ist. Erste Erfolge können schnell erzielt werden. Ich würde das Schlagzeug als eines der niedrigschwelligsten Instrumente bezeichnen, da vorerst kein Wissen über Noten und Akkorde nötig ist, um ein schönes Klangerlebnis zu erzeugen. Man kann einfach mal drauf los trommeln, denn: einen eigenen Rhythmus hat jede*r. Großes Potential bietet das Schlagzeug um sich abzureagieren, laut zu sein oder sich selbst wahrzunehmen. Es ist als Ausdrucksform und als Kommunikationsmedium unglaublich wertvoll. Menschen die z.B. Probleme mit ihrer Aggressionsbewältigung haben, kann es als Anti- Aggressionstraining helfen Zugang zu eigenen Gefühlen zu entwickeln und diese in einem klar und sicher gesteckten Rahmen herauszulassen. Somit kann Schlagzeugspielen, ähnlich wie Sport, einen wichtigen Beitrag zur Impulskontrolle leisten. Dies kann ein wichtiger Faktor zur Inter- und Prävention bei Tendenzen zu Aggressionen, Kontrollverlust, oder bei selbst- oder fremdverletzendem Verhalten sein. Des Weiteren kann sich das Erlernen eines Instrumentes positiv auf die Problembewältigungskompetenzen von Menschen auswirken. Bei solchen Lernprozessen entwickeln sich Strategien, Ziele zu erreichen. Das kann eine Ausweitung der eigenen Frustrationstoleranz zur Folge haben und eine größere Geduld mit sich selbst entstehen lassen.

 

Ganz unabhängig von Behinderung oder Nicht-Behinderung kann das Erlernen eines Instrumentes und die Auseinandersetzung mit Musik, über den schulischen Musikunterricht hinaus, sogenannte Transfereffekte erwirken. Damit sind positive Auswirkungen bei der Stärkung der Persönlichkeit - besonders in wichtigen Entwicklungsphasen der Kindheit und Jugend - haben. Wissenschaftlich wird der Mehrbeschäftigung mit Musik über den schulischen Rahmen hinaus, ein Stellenwert bei der Förderung und Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung beigemessen. Das Schlagzeugspielen kann beispielsweise positive Auswirkungen auf soziale Kompetenzen haben. In Bezug auf eine emotionale Stabilität, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl sowie Selbstwirksamkeit kann es überaus positive Effekte mit sich bringen. Eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit beim Musizieren aber auch in Alltags- oder Lernsituationen ist nur eine der vielen Effekte die Schlagzeugunterricht bieten kann. Das Ausschöpfen kreativer Potentiale und Improvisationsfertigkeit (auch außerhalb der Musik) gehören ebenfalls zu den positiven Auswirkungen. Außerdem kann Musikmachen identitätsstiftend sein und Menschen einen weiteren positiven Inhalt in ihrem Leben geben. Unter Einbeziehung des Resilienz-Konzeptes versuche ich in meinem Unterricht persönliche Ressourcen der Schüler*innen zu stärken und selbst als eine personale Ressource zu agieren.

 

Ein persönlicher Austausch mit Eltern oder Betreuungspersonen ist nicht nur möglich, sondern auch wünschenswert. Hierbei ist es unter heilpädagogisch-therapeutischen Aspekten für mich gut, einige Informationen über den oder die Schüler*in zu erhalten, sodass ich adäquat darauf eingehen zu kann. Eine Orientierung an einer eventuell bestehenden individuellen Hilfeplanung kann ich in einem gewissen Umfang leisten, damit alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Auch die Assistenz bei Toilettengängen, während der Unterrichtszeit, stellt durch meine vielen pflegerischen Erfahrungen kein Problem dar. Die Teilnahme von Angehörigen oder Persönlichen Assistent*innen (besonders in der Kennenlernstunde) ist möglich.

Lieder ist meine Räumlichkeit für Rollstuhlfahrer*innen nicht barrierefrei. Um zu meinem Raum zu gelangen, ist die Überwindung von zwei Treppen notwendig. Das ist mir, wenn es um Inklusion geht, natürlich ein Dorn im Auge. Ich arbeite an einer Verbesserung dieser Situation und hoffe zukünftig 100% barrierefreien Unterricht anbieten zu können.